Eingetragen von Sebastian Brandt am 20.08.2010
Die Fußball-Weltmeisterschaft, Sommerferien und die seit Wochen andauernde Wärme haben bis jetzt viele Menschen von der Blutspende fern gehalten. Deshalb gibt es deutschlandweit bereits erste Versorgungsengpässe bei der Auslieferung von Spenderblut. Das Deutsche Rote Kreuz (DRK) schlägt Alarm, weil die Blutvorräte zur Neige gehen. 
Die Blutbanken bluten sprichwörtlich aus. Die Bestellungen der Kliniken könnten derzeit nicht mehr bei allen Blutgruppen in vollem Umfang erfüllt werden, teilte beispielsweise das DRK Wiesbaden kürzlich mit. Der DRK-Blutspendedienst Hessen und Baden-Württemberg berichtete von einem mehr als 20 prozentigen Spenderrückgang.
Die NW hat deshalb einmal bei der Blutspende des DRK- Harsewinkel nachgefragt. Was ist dran an dem Sommerloch in der Blutbank? „Wir spüren bei der Spendenbereitschaft glücklicherweise davon nichts. Im Gegenteil: Im Juni hatten wir bei den Blutspenden insgesamt 470 Teilnehmer. Das ist ein sehr gutes Ergebnis“, freut sich Lehrrettungsassistent Reinhold Mann, Rotkreuzleiter der DRK- Ortsvereins Harsewinkel. „Bei dem Sondertermin am 12. Juli hatten wir sogar 117 Blutspender. Das gab´s noch nie. Gestaunt haben wir auch wegen der hohen Anzahl der Erstspender, was natürlich sehr schön ist“, erklärten auch die „zwei guten Seelen“ der Harsewinkler Blutspende, Inge Dirkorte und Mathilde Füchtenhans. Sie sind es, die die Bürger nach der Blutspende mit gutem Essen und mütterlicher Fürsorge versorgen. Als weiteren Grund für den guten Zulauf vermutet Reinhold Mann nicht nur die verbesserte Anmeldung, die zukünftig eine schnellere Abwicklung der Anmeldevorgaben garantiert und dem Spender weniger Wartezeit beschert, sondern auch eine räumliche Veränderung, beo der die Spender nun im ersten statt früher im Dachgeschoss „angezapft“ werden. „Zudem versuchen wir, mehr Ärzte für die Blutspendetermine zu bekommen, damit die Patientengespräche nicht mehr so lange dauern, so dass auch hier die Wartezeiten erheblich reduziert werden“, so Reinhold Mann. 
Ein großer Trumpf sind Inge Dirkort und Mathilde Füchtenhans mit der großen Heerschar an ehrenamtlichen Helfern, die sich freiwillig in den Dienst der guten Sache stellen. „Ohne sie geht gar nichts“ schmunzeln Reinhold Mann und Mareen Landwehr (Rotkreuzleiterin und Rettungshelferin).
Inge Dirkorte und Mathilde Füchtenhans werden viele Stunden vor einem Blutspendetermin mit umfangreichen Vorbereitungen aktiv. Dazu gehört der Großeinkauf ein paar Tage vorher. Kurz vor der Blutspende wird fleißig gekocht und gebruzelt. Je nach Jahreszeit basteln die beiden Damen nebenher auch noch schönen Tischschmuck. Die Blutspender sollen sich im DRK- Heim rundum wohlfühlen. Vier Mal im Jahr plus Sondertermine sind Inge Dirkorte und Mathilde Füchtenhans im ehrenamtlichen Einsatz. „Es ist schön, wenn die Spender dann noch hier bleiben und Zeit für Gespräche haben“, so Inge Dirkorte. Das die Warmherzigkeit und Fürsorge gut ankommen, beweist nicht nur die gestiegene Zahl, sondern auch die Herkunft der Spender, die nicht nur aus Harsewinkel, Marienfeld, sondern auch Oesterweg, Beelen, Halle, Oelde und Gütersloh zum DRK- Heim kommen. 

Quelle: Neue Westfälische Nr. 191 vom 18.08.2010

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