Eingetragen von Sebastian Brandt am 21.11.2010

Schon seit Wochen gibt es bei den »Basteldamen« der DRK-Gemeinschaft Gütersloh eine Frage: werden wir mit unseren Vorbereitungen zum Advents-Basar rechtzeitig fertig? Auch in diesem Jahr hat es wieder geklappt. Am Samstag-Vormittag setzte sich eine Fahrzeugkolonne Richtung St. Elisabeth-Hospital in Bewegung. Die Autos waren bis unter das Dach mit den Weihnachtsartikeln beladen, welche fleißige Hände in den letzten Wochen für den Verkauf am Totensonntag und dem folgenden Montag hergestellt hatten.

Auf die Frage, wann denn der erste Basar zu Gunsten des DRK-OV stattgefunden habe sagte uns eine Frau: »Wir wissen nicht genau, wann wir damit angefangen haben. Es muss wohl in den frühen 90-ern gewesen sein«.

Damals fanden die Bastelarbeiten im DRK-Heim auf »Barkeys Hof« statt. Später dann im DRK-Haus an der Bismarckstraße. Heute produzieren die Damen im Haus an der Kaiserstraße 38.

Schon Ende August beginnen die Arbeiten: Der Holunder ist reif und muss geerntet werden. Dann wird Saft daraus. Entweder wird der in Flaschen abgefüllt, oder es wird Holunder-Gelee daraus gekocht. »Alles ist naturrein«, versichert uns Paula Hasse. Wochen später werden die Zutaten für die Herstellung der Kränze und Gestecke gekauft. Dazu bemerkt Marlies Lindemann: »Jedes Jahr stellen wir uns dann die gleiche Frage. Welche Farben sind denn modern«? Und weiter sagt sie: »Wir orientieren uns zunächst am Angebot in der entsprechenden Handlung für Floristenbedarf. Aber auch unsere Erfahrung von den vergangenen Basaren hilft uns, das Richtige einzukaufen«.

Zwischendurch werden dann die bekannten Weihnachtsplätzchen gebacken – etliche Kilos Mehl, Zucker, Butter und andere Zutaten sind dazu nötig. Anschließend werden die Leckereien gewogen und in Tütchen verpackt. »Und auch die beliebten Knusperhäuser werden in liebevoller Arbeit hergestellt«, bestätigt Carola Hollenhorst.

Dann kommt endlich die Zeit der Kranzbinder. Diese Arbeit haben sich Hilde Pfeiffer und Irmgard Kosfeld »an Land gezogen«. Mit flinken Fingern binden sie Zweige von Tannen und Fichten auf Rohlinge, sog. Strohrömer. Andere »Spezialistinnen« arrangieren darauf Kerzen, kleine weihnachtliche Figürchen und oftmals werden auch farblich passende Schleifen in das »Kunstwerk« gebunden. »Diese Arbeit kann dann schon einmal bis zu einer halben Stunde dauern«, erwähnt Marlies Sunderkötter so nebenbei. In diesem Herstellungs-Bereich gibt es auch Bestellungen: »Ich möchte einen Teller mit vielen goldenen Kugeln«. Oder: »Zu meiner Einrichtung im Wohnzimmer passt nur die Farbe Champagner«. Aber nicht alle hergestellten Sachen sind so anspruchsvoll wie die oben beschriebenen. Viele kleine hübsche Sträußchen oder Gestecke gehen viel schneller zu produzieren. Hier ist eben Geschick und Erfahrung gefragt. Und eben diese Erfahrung haben die Damen in den vielen Jahren gesammelt.

Und dann ist es endlich soweit. Der erste Tag des Verkaufs ist gekommen. Schon um 8 Uhr versammeln sich die »Verkäuferinnen« im Lagerraum des Elisabeth-Hospitals. Jetzt wird entschieden, was zunächst auf die Tische in der Eingangshalle gebracht werden soll. Dort werden die »Produkte« gedreht, geschoben bis die für die »Kunden« ansprechende Position gefunden ist.

 Und der Erlös des Basars wird für die vielfältigen Aufgaben des DRK-Ortsvereins verwendet.