Eingetragen von Sebastian Brandt am 12.01.2010

Die Lebenserwartung in Deutschland ist seit Jahrzehnten deutlich gestiegen. Das ist schön, denn wir werden nicht nur älter, sondern wir werden auch gesünder älter. Gleichwohl stellt uns diese Entwicklung bei der Versorgung der Bevölkerung mit Blutkonserven vor Probleme. Mit zunehmendem Alter steigt für jeden von uns die Wahrscheinlichkeit einmal eine Bluttransfusionen zu benötigen. Je älter eine Bevölkerung wird, desto höher wird also auch der Bedarf an Blutkonserven. Da wir aber in Deutschland seit den 60er Jahren einen Geburtenrückgang verzeichnen, steht einer wachsenden Zahl von potentiellen Blutempfängern eine abnehmende Zahl junger Blutspender gegenüber.

Was kann man also tun? Hier gilt es an erster Stelle, alle spendefähigen Mitbürger zur Blutspende zu motivieren, denn bei weitem nicht jeder, der älter als 18 Jahre und gesund ist geht auch zur Blutspende. Nur etwa 3 % der Bevölkerung spenden Blut. Aber wir können auch der Tatsache Rechnung tragen, dass viele unserer Blutspender gesünder älter werden und durchaus im Rentenalter noch problemlos Blut spenden können. Bislang wurden Blutspender spätestens mit dem 69. Geburtstag „in Rente geschickt“. Das soll sich nun ändern. Zwei Punkte sind dabei von entscheidender Bedeutung: 

  1. Blut wird ein ganzes Leben lang immer wieder neu nachgebildet, es wird also nicht „alt“. Die Blutkonserve, die von einem 70-jährigen gespendet wurde ist genauso gut, wie die eines 18- oder 50-jährigen Blutspenders.
  2. Die obere Altersgrenze für Blutspender wurde in Deutschland vor Jahren willkürlich auf 68 Jahre festgesetzt, da man sich nicht sicher war, ob die Blutspende im höheren Alter noch gut vertragen wird. Mittlerweile liegen aber umfangreiche Erfahrungen bei deutlich älteren Eigenblutspendern und Studien über die Verträglichkeit der Fremdblutspende im höheren Alter vor. Der DRK-Blutspendedienst West hat in einer großen und über 2 1⁄2 Jahre dauernden Studie gezeigt, dass erfahrene Blutspender auch bis zum 71. Lebensjahr Blut spenden können und die Blutspende genauso gut vertragen haben wie jüngere Spender.

Ältere Blutspender, die körperlich fit sind können also unbesorgt zur Blutspende gehen, wobei in Deutschland ohnehin jeder Blutspender noch vor der Blutspende von einem Arzt gesehen wird, also einen kleinen „Gesundheits-Check“ erhält. Gleichzeitig können die Patienten sicher sein, dass auch Blutkonserven, die von älteren Blutspendern stammen hervorragende Qualität haben.

Einer Anhebung des „Rentenalters“ für Blutspender steht also nichts im Wege. Daher wurde in den für Deutschland gültigen Richtlinien zur Blutspende – den sogenannten Hämotherapie- Richtlinien – nun das zulässige Höchstalter von Blutspendern angehoben. Ab dem 1. Januar 2010 werden wir nun die Altersgrenzen für Blutspender ändern wie folgt:

  • Erstspender dürfen nun bis zum 69. Lebensjahr Blut spenden (letzter Tag vor dem 69. Geburtstag)

  • Wiederholungsspender werden wir bis zum vollendeten 71. Lebensjahr zur Blutspende einladen.

  • Wer gesund ist und vom Arzt jeweils zur Spende zugelassen wird darf sogar nach dem 72. Geburtstag weiter Blutspenden.

Wir freuen uns, dass wir damit nicht nur zu einer gesicherten Blutversorgung in Deutschland beitragen, sondern nun endlich auch dem Wunsch vieler treuer Blutspender entsprechen können, die auch nach dem 69. Geburtstag noch gerne weiter Blut spenden möchten. 

Die aktuellen Blutspendetermine in Ihrer Nähe sowie weitere Informationen zum Thema Blutspende sind nur einen Mausklick entfernt.

Quelle: DRK Blutspendedienst