Art der Hilfen:

Der Hilfs- und Beratungsdienst leistet seit vielen Jahren im Auftrag und mit Mitteln des Bundes sowie mit Spendenmitteln materielle Einzelhilfen für besonders bedürftige Angehörige der deutschen Minderheit und –in begrenztem Umfang- auch für Nichtdeutsche in den Staaten der ehemaligen UdSSR (Neue Unabhängige Staaten), zu denen auch die baltischen Staaten und die in Asien gelegenen Länder der GUS gehören.

Die Pakethilfen der Bundesrepublik Deutschland werden seit 2004 vom Deutschen Roten Kreuz im Zusammenwirken mit der Deutschen Gesellschaft für Technische Zusammenarbeit (GTZ) durchgeführt.

Die Aufgabe der GTZ ist es, die Waren in der Heimatregion des Paketempfängers zu beschaffen sowie die Pakete zusammenzustellen und unmittelbar an die vom DRK ausgewählten Personen oder Hausgemeinschaften kostenlos auszuliefern.

Bedürftigkeit:

Um die vielfältigen Lebenssituationen zu systematisieren, werden die Fälle je nach Art der Bedürftigkeit in Fallgruppen unterteilt. Bei allen Fallgruppen handelt es sich um Personenkreise, deren Einkünfte entweder sehr gering sind oder nicht ausgezahlt werden. Vorrangig werden alte Menschen unterstützt; in der Russischen Föderation konzentriert sich die Betreuung auf Angehörige der ehemaligen Trudarmee (Arbeitsarmee).

Einzelheiten zu den Voraussetzungen der Betreuung erfahren Sie beim Hilfs- und Beratungsdienst des DRK-Suchdienstes des Kreisverbandes Gütersloh.

 

SGB XII-Hilfen und Materielle Hilfen andere Länder

Hintergrund:

Aufgrund der Kriegsereignisse sind die in den früheren Ostblockstaaten Ostmittel-, Ost- und Südosteuropas lebenden Deutschen ohne eigenes Verschulden in Not geraten. Wegen ihrer deutschen Volkszugehörigkeit wurden sie wirtschaftlich und sozial benachteiligt. Vor allem bei älteren, insbesondere alleinstehenden Menschen und kinderreichen Familien macht sich diese Benachteiligung bis heute bemerkbar, da ihre Renten und Einkünfte weit unter dem Durchschnitt liegen und das Existenzminimum oft in erheblichem Maße unterschreiten. Neben dem materiellen Wert der Hilfen ist auch die Vermittlung des Gefühls, „nicht vergessen zu sein“, von zentraler Bedeutung bei der Unterstützung mit Hilfen zum Lebensunterhalt.

Leistungen nach dem Sozialgesetzbuch, Buch XII (SGB XII):

Deutsche Antragsteller in Polen können in das Programm SGB XII (früher: BSHG) aufgenommen werden. Hierfür kommen nur Personen oder Haushalte in Betracht, deren Einkünfte das Existenzminimum unterschreiten. Die Höhe der Hilfen richtet sich nach dem Grad der Unterschreitung. Für besondere Erschwernisse werden Zuschläge gewährt. Die Hilfeleistungen erfolgen in der Regel quartalsweise in Form von Geldüberweisungen, in Ausnahmefällen in Form von Paketen. Der Versand erfolgt für den Empfänger kostenfrei und gegen persönliche Empfangsbestätigung.

Materielle Hilfen:

In begrenztem Umfang kann der Hilfs- und Beratungsdienst bedürftigen Deutschen und Nichtdeutschen in den früheren Ostblockstaaten Ostmittel- und Südosteuropas Hilfen zum Lebensunterhalt übermitteln. Die Versendung erfolgt wie beim Programm „Hilfen nach dem SGB XII“ frei Haus und gegen Empfangsbestätigung.

Die Hilfen erfolgen in Form von Geldüberweisungen, in besonders gelagerten Fällen auch in Form von Paketsendungen.

Bedürftigkeit:

Als bedürftig gelten vorrangig Kranke, Invaliden und Personen oder Haushaltsgemeinschaften, deren Einkünfte das Existenzminimum nicht oder -bei Vorliegen sonstiger Belastungen- leicht überschreiten.